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ANISH KAPOOR - My Red Homeland


Courtesy: CAC Málaga & Lisson Gallery

Am vergangenen 26. Januar interviewte ich in Malaga Anish Kapoor, wir diskutierten unter anderem über das zunehmende Interesse an zeitgenössicher Kunst aus Indien in den westlichen Ländern. mit einer gewissen Ironie, sagte er mir, daß die indischen Künstler immer besser würden “denn sie sorgen sich weniger um die Tatsache indisch zu sein als vielmehr darum Künstler zu sein.”

Am darauffolgenden Tag eröffnete er im Centro de Arte Contemporáneo in Málaga die Ausstellung "My Red Homeland". Eine monumetale Installation, geformt aus 25 Tonnen roter Vaseline die in einen riesigen runden Container gegeben wurde, stellt den Namen und das Programm für diese Austellung. Als wäre es das Armband einer gigantischen Armbanduhr, so benutzt er einen metallischen Arm der an einen hydraulischen Motor angeschlossen ist und sich um den Mittelpunkt dreht. Dabei drückt und zerstösst er die rote Vaseline in einem langsamen und lautlosen unendlichen Akt von Erschaffung und Zerstörung. Eine Serie von kleineren Skulptuern, sowie Bilder die bisher noch nicht in Spanien zu sehen waren und die ebenfalls durch die Farbe rot dominiert werden, komplettieren die Ausstellung, welche noch bis zum 30. April besucht werden kann.


Courtesy: CAC Málaga & Lisson Gallery

Anish Kapoor

Obwohl der Titel der Ausstellung “My red Homeland” (Meine rotes Heimatland) scheinbar auf sein Geburtsland Indien hinweisen könnte, verweist er jedoch auf ein anderes Feld, “mein inneres Heimatland”, erklärt er am Tage der Erföffnung, “ich habe schon immer an die Farbe rot als eine Farbe des Zentrums gedacht, wie ein Weg zu einer emotionalen Erforschung.” Rot ist die Farbe von Blut, die der Leidenschaften und der Emotionen, rot die Farbe von Fleisch, das hier in Wachs und Vaseline gewandelt wird – Materialen die auch organisch sind, aber unvergänglich. Dabei ist die Farbe rot mehr als eine reine Verknüpfung zwischen den Werken welche dieser Ausstellung Gestalt geben, vielmehr erfüllt sie einen Grundsatz in den Skulpturen Anish Kapoors, einer der wichtigsten Protagonisten in der Zeitgenössichen Kunst. Seit seiner ersten Arbeiten, welche aus einfachen geometrischen oder biomorphen Formen bestanden, die von Pigmenten überzogen sind, bis hin zu ihren jüngsten Arbeiten, aus Metall, Wachs und Vaseline – in denen die Monochromie eine optische Illusion des Unendlichen erzeugt – war die Suche nach dem Immatteriellen und die Spiritualität, vermittelt durch den Gebrauch von Farbe eine Konstante in seinen Werken.

Der Betrachter ist eingeladen, in die Unendlichkeit seiner runden reflektierenden Formen abzutauchen, in ihre unruhigen roten Gemälde, und in die stille und langsame kontinuierliche Bewegung von “My Red Homeland”, Werke in denen das Objekt seinen Zustand erkennen lässt und eine mächtige spirituelle Beduetung erfährt. “Ich habe immer in Richtung des immateriellen tendiert, in Richtung des Nichtobjektiven, in Richtung des Unbekannten. Als Künstlerin, habe ich wirklich nichts zu sagen. Ich will keine Botschaft verbreiten – sonst wäre ich Journalistin geworden – ich will statt desssen auf eine Suche einladen”, sagte er auf der Eröffnungspreesekonferenz. So kommt man in ein unsicheres Universum, in dem die Wörter nicht helfen, der Betrachter kann, wie mit dem Feuer, dem Himmel, dem Meer – und den großen Werken der Kunst – in einer undefinierbaren Betrachtung verweilen. Ich schätze, daß es sein Ziel ist diese Art von Emotion zu provozieren, wenn Anish Kapoor davon spricht er sei “besorgt, Künstler zu sein.”

Text: Raúl Martínez Fernández
Übersetzung: Tobias Hilger

www.cacmalaga.org

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