Art Chicago 2006 – 14. Jährliche Internationale Ausstellung für Bildende Künste - - Von Michael MacI | |

Christo und Jean-Claude, das Umwelt-Künstlerehepaar, dessen gigantischen Außenskulpturen schon Millionen von Menschen aus der ganzen Welt dazu angeregt haben, das kurzlebige Wesen der öffentlichen Kunst anzuerkennen, wären bestimmt beeindruckt gewesen von Thomas Blackmans ungeplanten Überfall auf ihr Genre, der an diesem vergangenen Wochenende in Chicago stattgefunden hat. Die Besucher der diesjährigen Art Chicago im Park, den Herr Blackman gestaltet hat, kamen an einen Schauplatz mit einer Christo-esken Struktur: ein 11 612,88 Quadratmeter großes Zelt, eigentlich zwei enorme Zeltstrukturen, die leer standen. Die gesamte Kunstmesse, die zu besseren Zeiten einige 30.000 Kunstmäzen anzog und die Verkäufe von Kunstwerken auf bis zu 60 Millionen Dollar hochkurbelte, wurde von einem Moment auf den anderen in das ehrwürdige Handelszentrum der Stadt, die „Chicago Merchandise Mart“, verlegt. Trotz der noch in der letzten Minute aufkommenden Probleme eröffnete die Messe wie vorgesehen und behielt sogar ihre Preview in der Eröffnungsnacht am Donnerstag, den 27. April, bei. Abgesehen von den leicht niedrigeren Decken der inneren Anlage sähen die Besucher, die die Art Chicago im Park des letzten Jahres kennen, wahrscheinlich kaum einen Unterschied im Hinblick auf die ausgestellten Kunstwerke und auf die Liste der im Dienst stehenden Händler. Es gab viele Gründe dafür, dass der ursprüngliche Ort verlassen wurde, doch diese Gründe sind nun verstummt; schlussfolgernd lässt sich sagen, dass es keine Schlussfolgerung gab.
Thomas Blackman |
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