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Alexis Hubsman - Im Gespräch mit dem Gründer der Scope-Art, Inc.


Von Brendon MacInnis

Alexis Hubsman, dessen Scope-Art, Inc. in diesem Jahr der Sprung von einer alternativen Hotelkunstmesse zu einer großen Verkaufsmesse gelang - die Ausgabe der Scope New York zog einige 14000 Besucher an - kam für ein Gespräch am runden Tisch von M vorbei. Wir sprachen über die Geschichte der Scope, über den Führungsstil der Firma und über Zukunftspläne.

M: Haben Sie ein System organisiert, um jedes Jahr eine Auswahl an neuen Galerien zu garantieren?

Alexis: Meinen Sie so etwas wie die Liste-Messe in Basel, wo sie die Teilnahme auf 3 Jahre beschränken?

M: Ja, so etwas in der Art.

Alexis: Nein, weil es nicht funktioniert. Sogar die Liste muss nun ein Zelt aufstellen, um mehr Galerien unterbringen zu können. Wir haben eine Art Hierarchie, welche wir anhand von Preispunkten aufgestellt haben, die verhandelt werden können, um jeden reinzubringen. Wir haben da z.B. die Breeder Sektion, wo wir uns die Möglichkeiten, in junge Galerien zu investieren, genau anschauen, um sie durch die Rangordnungen hochzubringen. Unsere normale Preisquote für einen Messestand beträgt beispielsweise 6000$ bis 12000$ und mehr. Wir haben auch einige, die für einen Stand auf bis zu 18000$ ansteigen. Sie fangen in diesem Jahr an, teurer zu werden, weil sie auch größer werden.

M: Die Messestände werden größer?

Alexis: Ja. Die Skala berechnet sich nach Dollar für Quadratmeter. Für die Breeders bieten wir einen 13,9 m² großen Messestand an, und die Kosten dafür belaufen sich auf 4000$ bis 5000$ - das hängt von der Situation ab. Und es gibt auch Gelegenheiten, wo Zuschüsse geleistet werden, die es einigen erlaubt, ziemlich billig hereinzukommen. Es hängt davon ab, ob sie wirklich interessant für uns sind.



Alexis Hubsman

M: Was war Ihr Orientierungsmodell, als Sie am Anfang die Scope-Art in Gang brachten? War es z.B. Peter Blaus "Young Art Fair" in Basel?

Alexis: Nein. Es war die Armory Show, der Armory Show wird vollkommenes Vertrauen geschenkt. Aber das ist auch bei allen anderen so; ich meine, die Vorstellung, dass es eine alternative Messe geben könnte.

M: Wie ist Ihr Verhältnis zur Armory Show heute?

Alexis: Es ist hervorragend. Wir waren sogar die erste Messe, die sie angerufen haben, als sie ihre Termine änderten, um nachzufragen, ob wir mit ihnen tauschen würden. Sie sind für uns wie ein großer Bruder, vor allem als Tim Smith da war. Wir alle standen da in einem ganz besonders engen Verhältnis zueinander. Danach hat es sich ein wenig verändert - nicht die Dynamik, aber die Nähe, weil ich ziemlich gut mit Tim befreundet bin, und er natürlich nicht mehr dabei ist.

M: Wie stehen die Dinge mit Frieze?

Alexis: Frieze war nicht sehr freundlich. Wir haben immer versucht, uns ihnen anzunähern, aber dann haben wir erkannt, dass wir davon nichts haben. Dieses Mal nehmen wir einen 2787 m² großen Raum zum Londoner East End, in die Nähe des White Cube. Wir werden uns also in der Nähe des Hutchins Square befinden, in der Nähe aller Galerien. Es ist in gewisser Weise ein bisschen wie in Wynwood. In Miami werden wir in Wynwood sein.

M: In Wynwood? Sie werden also nicht im Townhouse Hotel in South Beach sein?

Alexis: Nein, wir sind den Hotelmessen entwachsen. Wir behalten das Townhouse als Networking-Zentrum, aber die Messe wird in Wynwood stattfinden.

M: Vorausblickend auf Dezember: was machen Sie in Wynwood?

Alexis: Momentan spiele ich mit der Pavillon-Idee. Wir wollen nicht nur den Raum finden, ein Zelt aufstellen und unser Ding durchziehen. Wir wollen wirklich Wurzeln schlagen. Wir haben noch nicht einmal Galerien angeworben und schon 200 Bewerbungen für die Scope-Miami erhalten, was ziemlich phänomenal ist.

M: Es sieht ganz so aus, als würden Sie sich in derselben Nachbarschaft befinden, wo auch schon Helen Allens Zeltmesse stattgefunden hat, die Pulse. Arbeiten Sie zusammen?

Alexis: Wir arbeiten, nicht unbedingt zusammen.

M: Wie sieht es mit der Art Basel aus? Ich habe gehört, sie seien nicht sehr offen für andere Kunstmessen, die in Miami Geschäfte machen.

Alexis: Ja, ich kann diesbezüglich besonders ehrlich sein. Es wird einem erst etwas gesagt, und hintenrum wird wieder etwas ganz anderes getan. Sam Keller war anfangs sehr freundlich. Genaugenommen war er einer der Gründe, warum ich mich - mit Rare - auf die erste Miami Basel Messe eingelassen habe.
Es gab da eine Freundschaft oder zumindest einen vernünftigen Respekt. Aber in der letzten Zeit nimmt es ein bisschen den Wind aus den Segeln. Und wenn die Sammler nicht zu deiner Messe kommen, Geld ausgeben, wenn sie woanders sind, dann kann das nur nachteilig sein.

M: Der Kuchen ist nur so groß.

Alexis: Er ist nur so groß.

M: Hat es einen Wendepunkt in Ihrem Verhältnis zu Sam gegeben?

Alexis: Nicht wirklich. Ich glaube einfach, je mehr man versucht, etwas zu tun, desto mehr erkennt man, dass er dafür ein Moratorium hat. Er hat dort sehr viel unter Kontrolle. Also ich meine, Lorenzo Rudolf ist derjenige, der sich die ganze Sache ausgedacht hatte (Art Basel Miami Beach), und Sam hatte das Glück, sich am Empfangsende zu befinden.

M: Mit wem würde Sam da unten reden, um das erledigt zu bekommen?

Alexis: Nun ja, ich kenne die Namen, aber es wäre wahrscheinlich unangemessen, wenn ich die jetzt ausplaudern würde. Ich kann es Ihnen unter vier Augen sagen, wenn Sie wollen.

M: Soviel dazu. Was steht für die Scope an? Wie viele Scopes gibt es jetzt?

Alexis: Zur Zeit haben wir vier; ich meine, von denen, die Erträge einbringen, die funktionieren. Wir haben London, New York, Miami und die Hamptons.

M: Machen Sie nicht etwas in Palm Beach?

Alexis: Wir spielen mit der Idee; es gibt ein paar sekundäre Märkte, die wir uns ansehen. Palm Beach. L A. Ich weiß nicht, ob man es wirklich "sekundär" nennen kann, aber das ist es momentan für uns. Dann gibt es da noch Basel, St. Moritz, Monaco; sie sind Teil des europäischen Vorstoßes, Scope-Europe.

M: Monaco klingt interessant.

Alexis: Ja, von den Hamptons haben wir unsere Lektion gelernt. Die Leute sagten, wir seien verrückt; warum geht Ihr dahin? Sie sagten, niemand wolle sich Kunst im Sommer ansehen, dass es nur um Antiquitäten gehe. Wir haben im letzten Jahr eine sehr bescheidene erste Ausstellung organisiert, und sie war sehr erfolgreich.

Anmerkung des Herausgebers:
Die zweite Ausgabe der Scope-Hamptons findet in diesem Sommer, vom 14. bis 16. Juli in den East Hamptons Studios statt. Für weitere Informationen oder Neuigkeiten, besuchen Sie www.TheNewYorkArtWorld.com oder www.scope-art.com
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