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KIAF - Eine Messe mit Zukunft (Ein Messebericht von Cai Wagner)


Messehalle der kiaf

Die am Dienstag in Seoul zu Ende gegangene 5. Korean International Art Fair (KIAF) schloss mit vielen guten Nachrichten. Eine davon ist die Erweiterung der Messe im nächsten Jahr auf zwei Messehallen im hochmodernen Ausstellungkomplex COEX. Knapp 160 Galerien hatten die 5. Ausgabe bestritten. Deutschland, erneut mit den meisten ausländischen Galerien vertreten, wurde gefolgt von 12 japanischen Galerie sowie einer Anzahl französischer Galerien, die den diesjährigen Länderschwerpunkt setzten. Nach Marktlage und Planung der Organisatoren soll der Anteil ausländischer Galerien weiter steigen. Das wird er wohl auch, denn Seoul rückt mehr und mehr ins Interesse der Galeristen und bietet eine Alternative zu den Messen in China.

Strassenbild, Seoul
Strassenbild, Seoul

Für deutsche Aussteller ist die Reise nach Korea zudem eine merkwürdig positive Erfahrung. Deutschland und die Deutschen genießen hohen Respekt und es passiert nicht selten, dass man auf deutsch angesprochen wird oder irgendwo ein "Bräuhaus" findet; "Hof" heißt in Seoul schlicht ein Biergarten. Die vom koreanischen Galeristenverband getragene Messe führte überdies erstmals eine langfristig orientierte Zusammenarbeit mit dem Landesverband Berliner Galerien (LVBG) aus. Mit einem Infostand des LVBG am Eingang der Messe sowie den drei Berliner Galerien DAM, HERRMANN & WAGNER sowie Michael Schultz präsentierte sich die Vorhut dieser Partnerschaft, die in 2007 eine Gemeinschaftspräsentation mit über zehn Ständen plus einer Berlin Lounge vertreten sein wird. Die gute Nachricht am Rande ist, dass nach zähen Verhandlungen der Berliner Senat endlich solche Auftritte finanziell unterstützen wird. Der LVBG wird künftig die Durchführung organisatorisch betreuen. Den Verbandskollegen in Seoul steht damit ein gleichwertiger Partner aus Berlin zur Verfügung.

Sven Herrmann, Herrmann & Wagner
Sven Herrmann, Herrmann & Wagner

Langeweile kommt während der 7-tägigen Messe nicht auf. Sie ist vom ersten bis zum letzten Tag sehr gut besucht. Die Neugier beim Publikum ist groß und sichtbar, wenngleich manchmal hinter einer asiatischen Schüchternheit versteckt. Für Galeristen ist die Nutzung eines Dolmetschers zu empfehlen, da die sprachliche Barriere die Verhandlungen und Vermittlungen stark einschränken. Vermittlung scheint überhaus das Zauberwort zu sein: Das Angebot der KIAF ist eher durchwachsen und weist die typischen Merkmale einer sich Startermesse in schwierigem Umfeld aus, vergleichbar vielleicht mit der Art Moscow. Ganz teuer oder ganz bunt geht, die Blue Chips kauft man auch hier und die einheimischen Künstler allemal. Aber für den Bereich junger internationaler Künstler fehlen die inhaltlichen Voraussetzungen. Signifikant wird dies auch durch das Fehlen wichtiger Kunstzeitschriften. Hier muss die KIAF erheblich nacharbeiten. Doch die Zeichen stehen gut.

Stand LVBG
Stand LVBG

Die nächste Messe wird Anfang Mai 2007 stattfinden. Wer die KIAF 07 besucht sollte auch Zeit für die Galerienszene in Seoul mitbringen ebenso wie für einen Tripp in die nahen Berge, die die hochmoderne aber riesige Millionenstadt umgeben. Auf der Messe und in der Stadt gilt: Orientierung ist alles. Man verständigt sich oft mit Karten und Skizzen. Könnte es besser sein für Galerien?

www.kiaf.org

(1.6.2006)

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