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Art Basel 2006 - Ein kurzer Messebericht


Art Basel

Fächer, Ventilatoren und Wasserflaschen sind, neben den Werken der über 2000 Künstler, die Grundelemente auf den Messen, die in diesen Tagen in Basel stattfinden. Der Markt ist in der Tat heißer als je zuvor. Mit der Aussicht auf 62 Millionen Dollar, die auf der letzten Armory Show verkauft wurden, und den hervorragenden Resultaten bei den Frühjahrsauktionsverkäufen, eröffnete am Dienstag, den 13. Juni, die 37. Ausgabe der Art Basel. Die heißen Temperaturen, die in diesen Tagen in Basel zu spüren sind, und der Preisanstieg haben den großen Zuspruch der Öffentlichkeit und die Kaufeuphorie nicht aufhalten können.

Am Montag eröffnete - als obligatorischer Appetitanreger - die „Liste“-Messe mit etwa 60 Galerien, Künstlern unter 40 und einer großen Anzahl an Sammlern. „Diese Messe zieht ein sehr interessantes Publikum und viele internationale Sammler an. Wir haben den gesamten Stand und sogar andere Werke über digitale Bilder innerhalb von wenigen Stunden verkauft“, sagte der Berliner Galerist Jan Wentrup. Mit dem derzeitigen Kauffieber lebt der Kunstmarkt auf; und es ist nicht verwunderlich, dass der gesamte Stand einiger Galerien schon am Eröffnungstag ausverkauft war. „Der Anfang der Messe war fantastisch“, stimmte Diana Stigter aus Amsterdam zu. „Wir haben am Eröffnungstag alles von Iris Van Dongen (zwischen 15.000 bis 18.000€) verkauft.“ Ihre Landsmänner von der Upstream Gallery haben ebenfalls innerhalb von wenigen Stunden die meisten Werke von Christian Andersen und Lucy Wood verkauft: „Dies ist unser drittes Jahr auf der Liste, und es ist wirklich unglaublich. Wir mussten bereits den Stand umändern.“

Die Verkäufe zur Eröffnung der Art Basel einen Tag später waren – den Erwartungen entsprechend – sogar noch stärker. Nur wenige Minuten nach der Eröffnung hatten einige Galerien, wie die „Produzentengalerie“ (D) und die „Contemporary Fine Arts“ (D), bereits eine Anzahl an Werken von den heiß gehandelten Künstlern Jonas Bürgert, Norbert Schwontkowski und Jonathan Meese verkauft. Juana de Aizpuru verkaufte ebenfalls innerhalb von Minuten eine sehr gute Zeichnung von der junge Künstlerin Cristina Lucas (6.000€). „Sammler kaufen zu allererst Zeichnungen und Gemälde und lassen mehrere Editionswerke für später beiseite. Sie kommen, reservieren Werke und laufen dann davon“, sagten einige Händler. „Es ist verrückt. Ich habe sogar einige Leute gesehen, die sich um Werke gestritten haben“, erzählte mir ein befreundeter Kurator, „während ich – bei den Preisen, die für die jungen Künstler bezahlt werden - praktisch nichts für mein Museum kaufen kann.“



Liste

Am Mittwoch, den 14., eröffnete die zweite Ausgabe der Volta und bot einen ähnlichen Anblick dar. Dieser Messe, die im Jahr 2005 von den Galeristen Friedrich Loock, Kavi Gupta und Ulrich Voges initiiert wurde, ist es schnell gelungen, die Aufmerksamkeit der Sammler auf sich zu ziehen. Mit über 50 internationalen Galerien schlägt die Volta eine Brücke zwischen der jungen Energie der Liste und den etablierten Positionen der Art Basel. Besonders erwähnenswert waren die Stände von New Yorks Roebling Hall (mit Fotografien von Eve Sussman, die für Preise zwischen $10.000 und $12.000 verkauft wurden), von Pierogi (mit einigen „illustrativen“ Werken des verstorbenen Mark Lomboda, zu Preisen zwischen $6000 und $200.000) und vom Museum 52 (mit einem individuellen Projekt von YBA John Isaacs).

Mit einer 5-minütigen Bootsfahrt erreichten wir die Balelatina. „Die lateinamerikanische Kunst gewinnt – aufgrund der Globalisierung, der Informationstechnologien und dank der größeren Ausstellungsmöglichkeit bei Art Basel Miami Beach – jeden Tag an Anerkennung“, erklärt der Messedirektor Mariangela Capuzzo. „Diese Messe bietet internationalen Galerien die Gelegenheit, dem europäischen Markt ihre lateinamerikanischen Künstler zu präsentieren.“ Obwohl die Verkäufe noch langsam sind, „zeigt diese Messe qualitativ hochwertige Kunst und hat es geschafft, wichtige – sowohl private als auch institutionelle - Sammler anzuziehen.“ In einer entspannten Atmosphäre, am Rheinufer, sind Werke von jungen, aufstrebenden Künstlern erhältlich wie z.B. vom argentinischen Künstler Tomas Saraceno (Andersen, Kopenhagen), Alexander Apostol, Juan Enrique Bedoya (Espacio Distrito 4, Madrid) und Eduardo Balanza (T20, Murcia). „Wir gehen davon aus, dass während des Wochenendes und in den nächsten Monaten noch weitere Verkäufe abgeschlossen werden“, sagte Mariangela Capuzzo optimistisch – „und dass wir im nächsten Jahr eine noch größere Auswahl an Veranstaltungen, Aktivitäten und Parties anbieten werden.“
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