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Art Bodensee '06


Art Bodensee

Heute eröffnete die Art Bodensee bereits zum 6. Mal ihre Pforten. Rund 50 Galerien nehmen an der österreichischen Kunstmesse in Dornbirn teil. Artfacts.Net stellte dem Direktor der Messe, Roland Falger, einige Fragen zu der Geschichte und der Bedeutung der Messe. Außerdem finden sie im zweiten Teil des Artikels ein Interview mit Bernd Geserick von der Fischerplatz Galerie, Ulm:





Roland Falger


Artfacts.Net: Die „art bodensee“ eröffnet heuer zum 6. Mal, erinnern Sie sich an die Anfänge, und wurden die erhofften Ziele erreicht?

Roland Falger: Im Jahr 1999 fanden die ersten Gespräche mit dem Wiener Galeristen Manfred Lang über eine Galerien-Messe in Dornbirn statt. Nach und nach stellte sich heraus, dass der Mut für einen Sommertermin und die günstige Lage im Vierländer-Eck Österreich, Deutschland, Schweiz, Liechtenstein großes Potenzial für eine Kunstmesse bieten.
Schließlich starteten wir gemeinsam mit rund vierzig renommierten Galeristen aus den vier Ländern in die Premiere der „art bodensee“. Und hatten auf Grund der Top-Qualität der gezeigten Werke und einem enormen Besucherzuspruch einen großen Erfolg. Die Latte war also hoch gelegt, und so war die Herausforderung einer gleich bleibend hohen Qualität für die zweite Auflage eine große – und auch sie wurde dank des Engagements der internationalen Galeristen, der positiven Kritik erreicht.
War in den ersten Jahren die Kunstvermittlung und die Didaktik noch viel mehr gefragt als angenommen, konnten in den vergangenen Jahren viele neue Kunstkäufer und Sammler aufgebaut werden. Die Messe Dornbirn freut sich außerordentlich, dass sie mit der „art bodensee“ eine Plattform für zeitgenössische Kunst sowie für die Förderung junger Galerien darstellt und zahlreiche Verkaufsimpulse auslöst.



Preview bei der Galerie Baumgartl

Artfacts.Net: Welche Chancen räumen Sie der „art bodensee“ bei der immer größer
werdenden Konkurrenz ein?

Roland Falger: Das Entscheidende für die „art bodensee“ ist nachhaltiger Erfolg für die Galeristen. Dornbirn ist ein Geheimtipp für junge Kunst, die den Weg findet, geworden. Und Dornbirn bietet für das Einzugsgebiet rund um den Bodensee erstklassige Werke internationaler Topstars. So wird – zu einem Hochsommer-Termin – sowohl den Besuchern als auch den Ausstellern ein besonderes Produkt mit einer unerreichten Breite und gleichzeitiger Übersichtlichkeit geboten. Die hohe Anzahl der wiederkehrenden Galeristen(rund 85 Prozent) ist bester Hinweis für eine von der regionalen Kunstschau zur international beständigen Verkaufsmesse gewachsenen „art bodensee“. Unsere Ziele für 2006 sind eine weitere Etablierung der Kunstmesse bei den internationalen Gästen, gute Abschlüsse und neue Kontakte für die fünfzig Galeristen sowie der Transport der interessanten Kunstregion Vorarlberg im gesamten deutschsprachigen Raum.

Artfacts.Net: Was ist für Sie persönlich „gute Kunst“?

Roland Falger: Das Messeteam der „art bodensee“ hat in den vergangenen Jahren sehr viel gelernt, über Bildende Kunst, über die Oberliga und die „Local Heroes“, über
die Funktionen des Galeristen, über Kunstformen und den Aufbau einer Sammlung. Das Schöne an der Sommer-Kunstmesse in Dornbirn ist, dass man sich bei jedem einzelnen Werk mit dem Galeristen und dem Künstler auseinander setzen kann. Die Gewähr, dass subjektiv „lässige“ Bilder oder Skulpturen
auch eine gute Anlage sind, rundet das Vergnügen des Kunstkaufes noch ab.





Bernd Geserick (links) und Artur M. Holweg (Artfacts.Net)


Interview mit Bernd Geserick von der Fischerplatz Galerie

Artfacts.Net: Herr Geserick, die Fischerplatz Galerie vertritt internationale Schwergewichte wie Niki de Saint Phalle, Eduardo Chillida oder Günther Uecker und ist bei der "art bodensee" von Beginn an dabei. Was macht diese Messe für Sie so interessant?

Bernd Geserick: Die Fischerplatz Galerie hat ihren Sitz in Ulm und ist daher von den Sammlern aus dem Vierländereck (Deutschland, Schweiz, Österreich und Lichtenstein) sehr gut erreichbar. Die Sammler lernen uns Galeristen und unsere Künstler auf der "art bodensee" kennen und besuchen uns dann gerne in unseren Galerien zuhause.



Fischerplatz Galerie, Ulm

Artfacts.Net: Was macht die "art bodensee" Ihrer Ansicht noch zu einer besonderen Messe?

Bernd Geserick: Die kleineren Messen nehmen die Galeristen noch als Kunden wahr. Es sind noch ungewöhnliche Lösungen zu ungewöhnlichen Zeiten möglich. Niemand in der Organisation ist borniert. Kritik wird ernst genommen und Probleme sofort angepackt. Das mag ich. Ähnlich positives Phänomen findet man auch bei den "Art.Fair" Organisatoren in Köln.

Artfacts.Net: Die Preview war sehr stark besucht, die Organisatoren sind sehr zufrieden. Erwarten Sie auch einen finanziellen Erfolg?

Bernd Geserick: Die "art bodensee" war seit ihrer Premiere von Jahr zu Jahr für die "Fischerplatz Galerie" erfolgreicher. Das liegt natürlich an den gewachsenen Kontakten. Am ersten Tag habe ich bereits vier größere Exponate verkaufen können. Ein Werk sogar an einen Kollegen, übrigens auch eine weiter Besonderheit dieser Messe. Die familiäre Atmosphäre ermöglicht eine sehr nette Annäherung zwischen den Galerienbetreibern. Der Erfolg einer Messe liegt aber nicht allein in den Verkäufen bei der Messe selbst, sondern in dem Nachmessegeschäft. Ein anfänglich "unbedeutender" Kontakt kann etwas später eine Geschäftsbeziehung über Jahre hinaus entstehen lassen. Die "art bodensee" ist ein sehr gutes Bespiel dafür.



Fischerplatz Galerie, Ulm

Artfacts.Net: Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Messe und welche weitere Entwicklung wünschen Sie der "art bodensee"?

Bernd Geserick: Wissen Sie, die "art bodensee" hat immer dazu gelernt. Im zweiten und dritten Jahr stagnierte die Entwicklung etwas; die Organisatoren reagierten und gründeten einen Fachbeirat, der die Qualität seitdem jährlich aufbesserte. So sollte es weiter gehen. Ferner könnte eine regionale Erweiterung bzw. eine Internationalisierung einen weiteren Impuls geben, auch wenn es ist sicherlich nicht einfach ist, eine amerikanische Galerie im Hochsommer nach Europa zu holen.

Artfacts.Net: Wir danken Ihnen und wünschen Ihnen noch gute Kontakte.



Statements der Galeristen:




Klaus D. Bode neben einem Objekt von Hans Karl Busch

Klaus D. Bode Galerie & Edition Bode GmbH:

"Es ist unser zweiter Auftritt dieses Jahr, nachdem das letzte Jahr ein sehr großer finanzieller Erfolg war. Der private Charakter der Messe und die entspannte Atmosphäre machen die Messe zu einem Genuss. Das interessierte und sachkundige Publikum hat sich trotz der afrikanischen Temperaturen zur Preview - wie letztes Jahr - zahlreich eingefunden. Wir kommen nächstes Jahr wieder."




Sven Purrmann

Sven Purrmann, Kunsthandel Sven Purrmann:

"Ich bin zum ersten Mal dabei. Das Publikumsaufkommen bei der Preview hat meine Erwartungen weit übertroffen. Auffällig ist, dass das Pubikum sich weit mehr für die Kunstwerke interessiert als für den Galeristen. Das macht die Messe für einen Neuling sehr interessant."





Der Sammler Leo. J. Koenders zusammen mit Sabine Rieck (Artfacts.Net/Amsterdam) und Artur M. Holweg (Artfacts.Net, Berlin)


Interviews: Artur M. Holweg

www.dornbirnermesse.at

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