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Artfacts artist ranking 2006 – Im Westen nichts Neues?!


Am 15. September war wieder ein Stichtag auf dem Kunstmarkt. Das weltweit größte online Kunstnetzwerk Artfacts.Net™ präsentiert sein Artist Ranking 2006.

Dieses Jahr haben Ausstellungsdaten von über 6.500 Institutionen aus 107 Ländern Beachtung gefunden. Mehr als 57.000 Einzel- und Gruppenausstellungen von mehr fast 100.000 Künstlern wurden ausgewählt.

Die ersten zehn der Top 100 der lebenden Künstler bringt wenig Überraschendes. Seit zwei Jahren steht Bruce Nauman vor Gerhard Richter und baut seinen Vorsprung nun aus. Robert Rauschenberg verdrängt Sol LeWitt von Platz drei auf Platz sechs.

Bekanntlich wird die Luft oben immer dünner, umso bemerkenswerter ist der Aufstieg von Ed Ruscha, der drei Plätze gut machte und von Platz neun auf Rang fünf kletterte. Dies sind die Vorboten seines 70igsten Geburtstages, der nächstes Jahr gefeiert wird und man ist kein großer Prophet, um voraussagen zu können, dass Ed Ruscha sich nächstes Jahr vor Cindy Sherman (Rang vier) platzieren wird.

Ed Ruscha hat im Jahr 2006 bisher auch die meisten Jahrespunkte gesammelt vor Bruce Nauman, Robert Rauschenberg, Pierre Huyghe, Douglas Gordon und Richard Serra. Gerhard Richter liegt übrigens erst auf Platz 9 vor Cindy Sherman und hinter Damien Hirst.

David Hockneys und Pierre Huyghe Aufstieg von Rang von 51 auf Position 28 bzw. von 19 auf Position 33 ist zwar auffallend, bestätigt aber auch ihre Auf- und Abbewegung der letzten fünf Jahre.

Die Neuen unter den Top 100 Lebend sind neben Rirkrit Tiravanija (Rang 95), Jenny Holzer (Rang 98), Valie Export (Rang 96), Rebecca Horn (Rang 99) und Carsten Höller (Rang 85).

Wo Gewinner sind, sind natürlich auch Verlierer. Robert Ryman, Aernout Mik, Sophie Calle, Dennis Oppenheim und John M. Armleder lassen sich nicht mehr unter den lebenden Top 100 finden.

Mehr als 10 Plätze haben u.a. Michelangelo Pistoletto (– 11), Richard Prince (– 11), James Rosenquist (-12), Mona Hatoum (– 13), Martha Rosler (-13), Gabriel Orozco (– 16) und Marlene Dumas (– 19) verloren.

Die Länderverteilung unter den Top 100 (Lebend) hat sich in den letzten fünf Jahren nicht gravierend verändert (USA 35%, GER 20%, UK 10%, FR 5% und CH 4%). Tendenziell verlagert sich Verteilung im Vergleich zu den Top 100 (Lebend und Verstorben) zu Gunsten des angloamerikanischen Kulturkreises.


Die All Stars Top 100 - also lebende und bereits verstorbene Größen der Kunst- werden nach wie vor von Picasso und Warhol angeführt, die sich seit sechs Jahren ein Kopf an Kopf Rennen liefern. In diesem Jahr hat Picasso nicht nur die Nase vorn, sondern kann ein kleines Polster aufbauen, das eine Trendwende im nächsten Jahr nicht erwarten lässt.

Der größte Gewinner des diesjährigen Rankings ist Josef Albers der 42 Ränge gutmachte und damit auch zum ersten mal unter die Top-100 vorstoßen konnte.

Interessanter ist bei Weitem das Mittelfeld. David Hockney macht 35 Plätze gut und ist nun Rang 51, Richard Serra ist um 14 Plätze gestiegen und belegt nun Platz 34, gefolgt von dem bereits erwähnten Pierre Huyghe, der damit, mit seinem um 31 Plätze besseren Rang, den Aufsteiger des Jahres 2006 darstellt. Steigende Tendenz seit Jahren ist bei http://www.artfacts.net/index.php/pageType/artistInfo/artist/5795 (Rang 48+9, Alexander Calder (Rang 46/+22) und Antoni Tàpies (Rang 49/+17) zu beobachten.

Neben Edvard Munch (Rang 93) der zum ersten mal unter den Top 100 zu finden ist, haben sich ebenfalls der schon erwähnte Josef Albers (Rang 97) , Matthew Barney (Rang 84), Felix Gonzalez-Torres (79), Wolfgang Tillmans (Rang 92), Tacita Dean (Rang 88), Shirin Neshat (Rang 95) und Lucio Fontana (Rang 89) in der Liste der Bestplatzierten eingetragen.

Die Top 100 haben verlassen: Gabriel Orozco, Alighiero e Boëtti, Marlene Dumas, Sam Francis, Thomas Demand, Luc Tuymans, Mona Hatoum und Michelangelo Pistoletto.


Auch in diesem Ranking kommt fast jeder dritte Künstler kommt aus den USA (29%), jeder fünfte aus Deutschland (20%). Darauf folgen mit 13 Künstlern Frankreich, mit sechs Künstlern Großbritannien, und mit jeweils vier Künstlern Spanien und die Schweiz.

Interessant wäre es zu erfahren, ob z.B. der von vielen seit Jahren empfundene Aufstieg der Asiaten durch die Artfacts.Net Zahlen ebenfalls bestätigt wird? Oder welcher Künstler der Top 1000 hat die höchste Trendgerade? Wer sind die tatsächlichen Newcomer 2006?

Text: Artur M. Holweg

www.artfacts.net/ranking

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