Language and login selector start
Language and login selector end

London Special 2: Spielhaus Morrison auf der Zoo Kunstmesse


M. Claassen, Hamish Morrison, Georg Spielhaus vor einem Sophia Schama Hai

AfN: Herr Spielhaus, Sie sind einer der zwei Gründer der Galerie Spielhaus Morrison in Berlin. Können Sie mir sagen wann Sie die Galerie gegründet haben und was der Hauptaspekt Ihres Programms ist?

George Spielhaus: Ich habe die Galerie mit Hamish Morrison 2002 gegründet. Wir haben mit einem Kern von hauptsächlich deutschen Malern aus der Dresdener Schule angefangen, haben dann aber schnell unser Programm auf eine Vielzahl junger internationaler Künstler und Künstler, die in der Mitte ihrer Karriere stehen und mit jeder Art Medium arbeiten, ausgeweitet.

AfN: Wir sind hier auf der Zoo Art in London. Es ist die dritte Ausgabe einer kleinen Messe innerhalb der schönen London Zoo und Nebenmesse zur Frieze art fair, die gerade ihre vierte Ausgabe hat. Ist es das erste Mal auf der London Kunstmesse für Sie? Sind Sie zufrieden mit dem Schauplatz?

George Spielhaus: Ja wir sind das erste Mal auf einer Londoner Kunstmesse. Glücklicherweise sind wir als einer, der nur vier jungen Berliner Galerien auf die Zoo Art Fair, eingeladen worden. Die anderen internationalen Galerien sind vier aus Los Angeles und vier aus Mexico City. Die Messe ist absolut fantastisch. Ich habe jetzt schon einige Male von Besuchern der Frieze gehört, dass die diesjährige Frieze tatsächlich etwas frostig ist. Nichts Unerwartetes. Wohingegen sie hier ein sehr frisches, junges und dynamisches Programm haben. Ich glaube wir sind alle sehr glücklich hier.

AfN: Wir haben Sie vor 14 Tagen auf der Berliner Kunstmesse Preview getroffen, kurz bevor Sie in die exzellente Gegend der Heidestrasse in der Nähe des Hamburger Bahnhofs in Berlin umgezogen sind. Was ist das besondere an dem Ort?

George Spielhaus: Vor allem ist es eine neue Galerie Location in Berlin weil Fruehsorge, Galerie für Zeichnung dorthin gezogen ist und auch Haunch of Vension wird dahin kommen. Es ist ein neuer und großer Ort, mit ungefähr 700m². Es eröffnet eine neue Dimension der Kunstpräsentation.

AfN: Sie werden also größere Arbeiten zeigen….Installationen?

George Spielhaus: Wir werden unser Programm weiter ausbauen. Und natürlich bietet der Raum unglaubliche Möglichkeiten. Das heißt aber nicht, dass wir nur noch große Arbeiten zeigen. Kleinformatige Arbeiten können ebenso erfolgreich darin ausgestellt werden.

AfN: Also umgezogen, zur Messe gefahren und Sie sagten, dass Sie gerade aus Peking gekommen sind. Was haben Sie dort gemacht?

George Spielhaus: Wir waren dort auf einer Messe in Peking, Art Beijing, die zum ersten Mal stattfand. Es war für uns eine gute Erfahrung, weil wir gemerkt haben, dass die chinesischen Sammler von Beginn an interessiert an zeitgenössischer ausländischer Kunst sind.

AfN: In unserem Gespräch vor diesem Interview haben Sie gesagt, dass Sie sehr gut verkauft haben; Sie sagten, das sei deswegen, weil Sie gut auf den chinesischen Markt vorbereitet waren. Können Sie uns sagen, wie Sie das gemacht haben?

George Spielhaus: Also wir mussten herausfinden, wie der chinesische Markt aussieht, denn der Geschmack und die Konzeption sind ganz anders; ein schwieriges Unterfangen. Also versuchten wir irgendwie zu analysieren, was für den Markt dort ansprechend sein könnte. Das ist uns glücklicherweise ganz gut gelungen.

AfN: Wie haben Sie das analysiert? Wie sind Sie vorgegangen?

George Spielhaus: Wir haben Leute gefragt, die sich auf dem dortigen Markt besser auskennen.

AfN: Wen haben Sie gefragt?

George Spielhaus: Herr Alexander Ochs, den kennen Sie auch.

AfN: Und hat er Ölgemälde gesagt, oder was meinte er?

George Spielhaus: Nein, nein. So einfach ist das nicht, es gibt kulturelle Unterschiede. Alexander Ochs arbeitet seit zehn Jahren mit diesem Markt und weiß deshalb mehr über die kulturellen chinesischen Eigenheiten. Wir hatten einfach eine sehr gute Beratung.

AfN: Es ging also nicht nur um die technische Seite sondern auch um Inhalte.

George Spielhaus: Ich würde es allgemeiner sehen, es ist ein Gefühl für den Swing.

AfN: Für den Swing?

George Spielhaus: Was dort für ein Wind weht, eine Sache des Gefühls.

AfN: Sie können es nicht genau benennen. Man kann also nicht wirklich sagen, was der Chinese mögen könnte? Nur subjektiv etwas aus dem Programm aussuchen und hin gehen?

George Spielhaus: Ja auch so. Es ist nicht mit klaren Worten zu definieren, es ist mehr ein Instinkt.

AfN: Es ist gut einen Berater zu haben und ein subjektives Gefühl zu bekommen; der Rest ist Spekulation, mehr nicht? Denn wie Sie sagten, anderen waren nicht erfolgreich.

George Spielhaus: Das stimmt. Ich habe natürlich früher schon einmal chinesische Kunst gesehen und daraus habe ich instinktiv versucht abzuleiten, was ansprechend sein könnte.

AfN: Haben Sie die gleichen Vorbereitungen auch für den Londoner Kunstmarkt getroffen?

George Spielhaus: Nein, weil ich mich mit dem europäischen Markt und Geschmack auskenne. Ich musste mich also nicht auf das Programm einstimmen. Wir haben einfach unsere besten Arbeiten mitgebracht. Wir wissen, dass der hiesige Markt einen hohen Qualitätsanspruch hat.

AfN: Und das ist gut gelaufen?

George Spielhaus: Ja ich bin sehr glücklich, denn es wirkt gut auf die Leute und es gibt sehr, sehr gute Reaktionen und das Geschäft läuft auch nicht zu schlecht.

AfN: Werden Sie wieder nach London kommen?

George Spielhaus: Na hoffentlich.

AfN: Was ist Ihr nächster Zielort?

George Spielhaus: Zuhause und mein Bett. Und nächstes Jahr gehen wir das erste Mal zur ARCO.

AfN: ARCO in Madrid.

George Spielhaus: Ja im Februar.

AfN: Herr Spielhaus, danke für das Gespräch.

Übersetzung: Jessika von Kiparski
(14.10.2006)

www.spielhaus-morrison.com

  • ArtFacts.Net - Ihr erfahrener Kunst-Dienstleister

    Seit dem Start in 2001 hat ArtFacts.Net™ in Zusammenarbeit mit internationalen Kunstmessen, Galerien, Museen und Künstlern eine anspruchsvolle Künstlerdatenbank entwickelt.