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London Special 4: Alexis Hubshman auf der Scope London


Alexis Hubshman (Direktor SCOPE), Foto: courtesy vernissage.tv

Alexis Hubshman: Ich fühle mich sehr geehrt mit Ihnen hier zu sitzen.

AfN: Auch uns ist es eine Ehre. Alexis, wann sind Sie in das Geschäft der Organisation von Kunstmessen eingestiegen und sind Sie Gründer der Scope?

Alexis Hubshman: Ich bin 2002 zufällige zu diesem Geschäft gekommen und bin Gründer der Scope. Ich teile großzügig mit den Menschen, die mit mir arbeiten. Ich bin der alleinige Eigentümer seit dem ersten Tag und ich bin der, der das Geld und die Energie hineinein bringt. Ich hatte in den letzten drei Jahren ein paar Leute die mitgearbeitet haben und ebenfalls den Respekt für ihre Anstrengungen verdienen. Aber am Ende des Tages stinkt der Fisch vom Kopf her und das bin dann ich.

AfN: Wie sind Sie denn in der Kunstwelt gelandet?

Alexis Hubshman: Ich bin Künstler. Ich glaube vor zehn Jahren bin ich auf die Tatsache gestoßen, dass viele junge Galerien, die ich kannte, nicht wirklich die Beziehungen hatten, um an Geld für die größeren Messen zu kommen. Mit diesem System wurde man entrechtet. Aber als wir erst angefangen hatte,n war es wie bergab fahren - es ging einfach weiter. Vom ersten Tag an war es der Mittelpunkt für Künstler. Es blieb aber auch immer etwas besonderes, ein Künstler zu sein und aus dem Handgelenk ein Geschäftsmann aus eigener Tasche zu werden.

AfN: Die Scope war eine der ersten Co-Veranstaltungen zu Hauptmessen. Wo war die erste Ausgabe?


Alexis Hubshman: Die erste war in Verbindung mit den May Contemporary Auctions in New York und nicht mit der Armory selbst. Das war auch einmal mehr eine Lektion für Miami. Es ging darum eine Messe Seite an Seite mit der Art Basel zu machen. Wir haben erst eine gemacht, die sich Fast Forward nannte. Die würde ich als erste bezeichnen. Das war während der Saison Dezember 2001. Aber schon nach dem zweiten Mal und der ersten offiziellen Scope in New York wurde mir klar, dass es Sinn machte von der Energie des Marketings der größeren Messen zu profitieren.

AfN: Scope ist, soweit ich weiß, die erste Veranstaltung, die in verschiedenen Städten stattfindet und so der Basel und der Armory Show in New York folgt. Wollen Sie den Wirkungskreis geografisch ausdehnen?

Alexis Hubshman: Ja, wir sind kurz vor einem unglaublichen Deal mit Basel. Es ist ein dreijahres Geschäft für einen Ausstellungsraum, 150 m von der Haustür der Art Basel entfernt. Es ist ein 9000 m² großer Raum.

AfN: Noch ein Frage zu den Örtlichkeiten. Ich komme aus Europa und weiß nichts über Hampton. Was ist die Geschichte hinter dem Ausstellungsort?

Alexis Hubshman: Eigentlich ist es ein Überbleibsel des ersten Geschäftes, das ich eröffnete. Ich dachte mir, ich könnte mal die Kunst zu allen Sammlern, die ich kenne, hinbringen, sie an allen mir bekannten Orten zeigen und das zwei Stunden vom Stadtzentrum, wo das Geld und die gebildeten Leute sich aufhält, entfernt.

AfN: Die nächste Station ist Miami. Es gibt innerhalb der zeitgenössischen Kunstwelt einen Hype um Miami. Gerüchten zufolge, es soll 12 Extraschauen während der Basel Miami geben. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?

Alexis Hubshman: Ich habe dazu zwei Sichtweisen. Ich bin dort seit Tag eins dabei. Sie ist langsam gewachsen und ich habe dann schnell daran gedacht, meine eigene Messe zu veranstalten und damit Galerien die Chance zu geben, auf anderen Messen aufzutauchen und sich verdient zu machen. Ich ziehe alles in Erwägung um einem Künstler die Möglichkeit zu geben auszustellen, oder einer Galerie ihre Arbeiten zu zeigen. Es gibt einen Punkt der Übersättigung. Man muss nur die Liste der Galerien anschauen und verstehen, dass manche irgendwie gar keinen Hehl daraus machen, sie haben gelernt selbstständig zu sein und das zu achten.

AfN: Sprechen Sie von Professionalität?

Alexis Hubshman: Ich glaube Professionalität und Respekt bedeuten, nicht nur das Geld der Leute zu nehmen weil sie es einem geben wollen.

AfN: Wie ich weiß, werden Sie von Miami Beach nach Miami City umziehen.

Alexis Hubshman: Genau deshalb werde ich das machen.

AfN: Dann müssen die Leute aber weiter fahren, glauben Sie nicht, dass das ein Problem ist?

Alexis Hubshman: Wissen Sie, ich habe hier in London etwas gelernt. Als ich meine Galerie eröffnete, war ich mit sicher, dass wenn Leute kommen, sind sie dort, weil sie dort sein wollten. Das ist für mich der entscheidende Punkt. Es könnte sein, dass es den Leuten ungewöhnlich erscheint, keine überfüllten Gänge sehen. Gleichzeitig ist es aber so, dass sobald die wichtigen Sammler vorbei kommen, mir das egal ist. Ganz zu schweigen vom besten Hotel der Stadt, wir haben Landrover von meinem Sponsor… London ist die Messe mit meinem kleinsten Budget, es heißt also "zurück zu den Wurzeln".

AfN: Ich mag auch die Umgebung sehr gerne. Es ist wie eine Basisbewegung - grassroot movement…

Alexis Hubshman: Genau.

AfN: Ich hatte gerade eine Unterhaltung mit Amanda Sharp von der Frieze und habe mit ihr über Erwartungen gesprochen. Es ist doch so, dass man mit einer bestimmten Erwartung zu einer Messe geht und wenn die Galerien nicht etwas Außergewöhnliches bringen, ist man schnell gelangweilt. Meistens tun sie das nicht, weil sie viel Geld in eine Messe stecken und Angst haben es zu verlieren.

Alexis Hubshman: Absolut, so ist es. Gerade wenn es die großen Galerien sind, die den Markt bestimmen. Was man wirklich als Sammler will ist, umherschweifen und wie bei der Jagt unter Felsen und Blättern zu suchen und wenn man dann etwas findet, ist es was ganz besonderes. Dann wacht man mitten in der Nacht auf und schaut sich das Werk an, das man gefunden hat, das berührt das Herz. Das ist das Aufregende. Ich glaube Miami wird die jungen Wurzeln der Scope zeigen und wo wir angekommen sind.

AfN: Wenn wir Sie nach einem Motto fragen würden, wie würde es für die Scope lauten?

Alexis Hubshman: Wie ich gesagt habe: es macht den Betrachter zum Verbraucher. Dem Wert verbindlich sein, sich Zeit nehmen, sich seine Fragen selbst zu beantworten.

AfN: Alexis, vielen Dank für das Gespräch.

Auf Vernissage TV finden sie ein Video des Interviews in englischer Sprache: Teil 1 + Teil 2

Übersetzung: Jessika von Kiparski

www.scope-art.com

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