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KUNST Zurich - Interview with Raphael Karrer


Tobias Hilger (Artfacts.Net) und Raphael Karrer (Co-Direktor Kunst Zürich)

Die ist ein Interview von vernissage.tv und artfacts.net mit Raphael Karrer einem der beiden Direktoren der Kunst Zürich.


AfN: Wie sind sie in die Kunstwelt gekommen und wie zu der Kunst Zürich?

Raphael Karrer: Bereits in der Universität habe ich mich sehr für Kunst interessiert. Vor zwölf Jahren traf ich Evelyne Fenner, die damals und auch noch heute für die Kunstredaktion der Handelszeitung arbeitet. Sie organisierte einen jährlichen Event dieser Zeitung. Damals war ich in der Musik Szene tätig und wir planten eine Veranstaltung, die Kunst und Musik verbinden sollte. Nur die Kunst überlebte und nach einem kleinen Start sind wir heute bereits im 12 Jahr.

AfN: Die Kunst Zürich wird von der Gruppe 44 organisiert, organisiert diese Gruppe auch andere Evnets?

Raphael Karrer: Nein, die Gruppe 44 wurde ausschließlich für diese Messe gegründet.

AfN: Die Gruppe 44 besteht nur aus Ihnen und Evelyne Fenner?

Raphael Karrer: Ja, das stimmt.

Gruppe 44 - Evelyne Fenner und Raphael Karrer (Gründer der Kunst Zürich)

AfN: Die Kunst Zürich findet an einem der führenden Wirtschaftsstandorten Europas und einem der wichtigsten Kunstplätze der Schweiz statt. Hat dies eine Auswirkung auf die Messe. Ist das ein Vorteil für den Standort hier in Zürich?

Raphael Karrer: Natürlich. Da Zürich so ein wichtiger Wirtschaftsstandort ist, gibt es hier viele Sammler. Geld interagiert normalerweise mit der Kunstwelt. Die aufkommende Galerienszene in Zürich ist sehr lebhaft, wie man hier auf dem Gastbereich mit all den jungen Galerien sehen kann. Dazu all die wunderbaren jungen Galerien aus der ganzen Welt.

AfN: Die Schweiz hat mit der Art Basel eine der größten Messen der Welt; steht die Kunst Zürich in Konkurrenz zur Art Basel?

Raphael Karrer: Jede Messe ist natürlich im Wettstreit mit der Art Basel. Auf der einen Seite ziehen wir etablierte Sammler an und auf der anderen Seite ist die Kunst Zürich auch DIE Chance für junge Sammler, die neue Künstler entdecken wollen.

AfN: So weit wir wissen, gibt s auf der Kunst Zürich nur eine Galerie die hier in Zürich und in Basel ausstellt. Das ist Nothelfer aus Berlin und letztes Jahr war es Carzaniga, die auf beiden Messen auftrat. Können Sie diese geringe Anzahl erklären?

Raphael Karrer: Wegen der strikten Internationalität der Art Basel, werden viele Deutsche und Schweizer Galerien dort nicht mehr zugelassen. Die Kunst Zürich ist daher eine gute Alternative für diese Galerien, um in einem internationalen Kontext auszustellen. Die Kunst Zürich hat sich international und qualitativ entwickelt. Wie ich schon sagte, Zürich ist ein wichtiger Standort für zeitgenössische Kunst und wegen unserer Entwicklung, sind wir sicher, dass wir mehr und mehr Galerien anziehen können, die sowohl auf der Kunst Zürich als auch auf der Art Basel ausstellen. Aber ich denke, der Punkt ist, dass wir keine Galerien ausstellen wollen. Wir zeigen wichtige Künstler. Und wie man auf dieser Messe sieht, können auch hier Künstler gefunden werden, die auch auf der Art Basel und anderen wichtigen Messen ausstellen.

AfN: Seit einigen Jahren lädt die Kunst Zürich junge Galerien nicht nur aus der Schweiz ein. Es gab Programme mit Galerien aus Berlin, Wien und New York. In der Schweiz gibt es die VOLTA und die Liste, die sich auch auf junge Galerien konzentrieren. Können Sie uns etwas über die Auswahlkriterien bezüglich der jungen Galerien erzählen?

Raphael Karrer: Die Galerien sollten nicht älter als 5 Jahre sein und die Künstler nicht älter sollten nicht älter als 40 sein. Qualitativ ist es eine teilweise intuitive Auswahl. Unser Auswahlgremium legt wert darauf, nur junge Künstler auszuwählen, die auch das Potential haben internationale Relevanz zu erreichen.

AfN: Im Bezug auf die Messenkonkurrenz, wo würden sie die Kunst Zürich strategisch verorten und welche Rolle soll die Kunst Zürich in der nahen Zukunft spielen?

Raphael Karrer: Der Hauptschwerpunkt der Kunst Zürich wird auch weiterhin auf den benachbarten Ländern liegen. Da wir eine besucherfreundliche Messe bleiben wollen, werden wir nie mehr als 150 Galerien zulassen. Die Förderstände werden in Zukunft nur auf Vorschlag von Kuratoren ausgewählt. Diese Auswahlpolitik garantiert einen hohen Qualitätsstandard für die Sammler.

AfN: Haben Sie ein Sammlerprogramm und wenn ja, wie ist es organisiert?

Raphael Karrer: Wir bieten eine exklusive Führung für Sammler an, auf der sie die Künstler und die Galeristen kennen lernen können.


Artfacts.Net-Team Kunst Zurich - Artur M. Holweg und Tobias Hilger

AfN: Auch wenn es letztes Jahr nicht sehr lebhaft auf der Messe war, war es eine sehr entspannte Atmosphäre unter den Galerien und sie berichteten von guten Verkäufen. Die meisten Galerien kommen jedes Jahr wieder. Wie erklären sie sich das?

Raphael Karrer: Die Galerien im Gastsektor wechseln jedes Jahr. Die Fluktuation unter dern Galerien ist allgemein aber sehr gering. Die meisten kommen jedes Jahr wieder.


Interview: Tobias Hilger
(17.11.06)

Dieses Interview können Sie sich auch als Video af vernissge.tv ansehen.

www.kunstzuerich.ch

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