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Pulse Art Fair: Interview mit Helen Allen


Das ist Vernissage.tv und Artfacts.Net. Ich bin Sabine Rieck. Wir sind hier auf der Eröffnung der PULSE in Miami Beach. Ich werde jetzt Helen Allen, die Direktorin dieser Kunstmesse interviewen.

AfN: Hallo Helen. Wie geht es Ihnen?

Helen Allen: Sehr gut. Danke.

AfN: Helen, ich würde gerne wissen: Was ist Ihr Eindruck von der PULSE Miami in diesem Jahr?

Helen Allen: Ich glaube, dieses Jahr haben wir die überzeugendste Messe, die wir bisher hatten. Die Galeristen haben phänomenale Stände. Man kann hier viele Entdeckungen machen. Mit einigen fantastischen Künstlern, wie mit Ellen Harvey, haben wir einige wirklich wunderbare Installationen gemacht. Und die Begeisterung ist einfach unglaublich, sie hat geradezu eine Strömung ausgelöst. Die Leute waren überall in Miami. Ich habe da und dort von Leuten gehört, die zur PULSE gehen, was ich als Direktorin natürlich gerne höre.

AfN: Sie haben die Installation von Ellen Harvey erwähnt. Wie haben die Leute reagiert, die sie gebeten hat, ihr Fotos zu schicken? Es geht um das Projekt "Beautiful/Ugly Palm Beach" (Schönes/Hässliches Palm Beach) und sie hat Leute gebeten, ihr zwei Fotos zu schicken: ein hässliches und ein schönes. Wie haben die Leute reagiert?

Helen Allen: Soweit ich weiß, großartig. Es gab ein sehr starke Resonanz. Sie hat eine schöne Installation daraus gemacht. Sie und Magnus haben unermüdlich gearbeitet, um das alles zusammen zu bekommen, es ist gut.

AfN: In diesem Jahr gab es die PULSE erstmalig in New York. Hatte das eine Auswirkung auf die diesjährigen PULSE Miami?

Helen Allen: Wenn man länger dabei ist, hilft das natürlich, den Namen bekannt zu machen. Es gab definitiv Leute, die uns in New York gesehen haben, aber nicht letztes Jahr in Miami. Und viele davon haben uns kontaktiert und darum gebeten, bei zukünftigen Informationen und Events berücksichtigt zu werden. Die Besucherzahl in diesem Jahr übertrifft schon jetzt unsere Erwartungen. Wir sind begeistert über die Anzahl der Besucher heute Morgen. Die Händler verkaufen wie verrückt und die Schau ist insgesamt überzeugend und sehr beständig.

AfN: Wie sehen Sie die PULSE innerhalb der Art Basel Miami Beach Events in fünf Jahren?

Helen Allen: PULSE wird immer eine eigene Veranstaltung sein. Ich glaube, sie wird immer die kleinere Messe sein. Wir haben keine Ambitionen riesig zu sein. Es geht mehr darum, den intimen Rahmen zu erhalten und um Beständigkeit und dass jede Messe ein etwas anderes Erscheinungsbild hat. Art Basel Miami Beach hat uns unglaublich unterstützt, was phantastisch ist. Ohne sie wären wir nicht hier. Wir sind uns dessen bewusst und sehr dankbar dafür. Also versuchen wir einfach weiterzumachen und zu wachsen - nicht hinsichtlich der Größe, sondern was Präsenz und Kontakte betrifft.

AfN: Gibt es etwas wie ein Programm für Sammler?

Helen Allen: Es gibt etwas, das als Sammlergruppe bekannt ist, die wir gerade erst lanciert habe. Sie ist entstanden, weil einige Leute uns wegen eines ganzjährigen Programms kontaktiert haben. Gleichzeitig lancieren wir ein Programm für junge Sammler. Normalerweise machen wir eine Veranstaltung ausserhalb der Messe, weil in Miami soviel los ist. Wir versuchen dabei, nicht zu viel zu machen, um nicht von unseren Galerien abzulenken. Es ist offensichtlich, dass die Leute in erster Linie hier sind, um die Kunst zu sehen. Das ist das ultimative Ziel.

AfN: Eine letzte Frage: Auf welche Weise betrachten Sie Kunst. Und, wann ist es für Sie "gute Kunst"?

Helen Allen: Das ist eine schwierige Frage. Also, ich glaube, es ist sehr subjektiv. Ich bewege mich seit über einer Dekade in der Welt der Kunst, ich habe über eine Dekade selbst Kunst gesammelt. Es ist sehr subjektiv. Hinsichtlich der Galerien, die hier ausgewählt sind und wie man weiß, dass es gute Kunst ist, gibt es ein sehr strenges interantionales Raster, bestehend aus Kuratoren, Beratern und Galeristen. Also, was die Werke betrifft, die hier zu sehen sind, das ist eine Sache. Das hat sich gebessert, Sie wissen, was Sie hier sehen, wurde durch eine Gruppe von Professionals verbessert, so dass Sie erstklassige Qualität zu sehen bekommen.

AfN: Oh ja, das ist sicher. Aber wie wissen Sie persönlich, wann etwas "gute Kunst" ist?

Helen Allen: Ich persönlich? Wenn Sie etwas sehen, das Sie zum Denken anregt und nachdem Sie weggegangen sind, denken Sie immer noch darüber nach. Ich kaufe etwas, wenn ich etwas sehe, das mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Das ist meine Art, ein Gefühl dafür zu entwickeln, was ich wirklich haben möchte. Offensichtlich finde ich etwas dann gut, wenn es mich zum Nachdenken anregt.

AfN: Das ist wirklich interessant. Vielen Dank für dieses Interview.

Helen Allen: Danke fürs Kommen.

Interview: Sabine Rieck
Übersetzung: Senta Ofenmacher

Dieses Interview können sie auch als Video auf vernissage.tv ansehen.

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