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SWAB: Interview mit Joaquín Díez-Cascón


Joaquín Díez-Cascón und Patricia Blasco

AfN: Die erste Frage betrifft den Namen der Ausstellung, SWAB. Warum haben sie diesen Namen gewählt? Zeigt er in gewisser Weise den Geist dieser Ausstellung ?

Díez-Cascón: Wir nahmen das Wort swap (engl.:tauschen, Anm. d. Ü.) und setzten an Stelle des "P" das "B" von Barcelona. Genau wie swab versuchen wir Muster Zeitgenössischer Kunst zu sammeln um die jüngste und innovativste Kunst weltweit zu finden.

AfN: Sie sind Architekt und Sammler, man kann also sagen dass sie in SWAB ihre beiden größten Leidenschaften vereint haben. Ihr Architekten- Team hat das Innere dieses symbolischen Gebäude, "Reales Atarazanas", gestaltet. Wie kam es zu diesem Projekt? Wievielen Herausforderungen sahen sie sich gestellt, unter Berücksichtigung das es eine private Initative mit einem kleinen, familiären Team war und dies die erste zeitgenössische Kunstmesse in Barcelona ist?

Díez-Cascón: 3 Personen waren dafür zuständig: Fernando Rial, Marina Diez-Cascón und Ich selber. Fernando hat das Innendesign der Messe entworfen und dem Stil dieses gotischen Gebäudes angeglichen wo früher im Mittelalter die Schiffe gebaut wurden. Wir dachten Barcelona braucht eine Kunstaustellung ähnlich wie Volta, Pulse oder Frieze zum Beispiel und wir haben versucht die Zeitgenössische Kunst mittels 42 Gallerien aus 13 Ländern welche grundsätzlich mit jungen Künstlern arbeiten,der Messe näher zu bringen.

AfN: Bemerkenswert ist der hohe Anteil ausländischer Gallerien, gerade mal 7 von insgesamt 42 stammen aus Spanien, 4 davon aus Barcelona. Wie wird sich SWAB in Zukunft präsentieren und was wird das Markenzeichen sein?

Díez-Cascón: Wir möchten die maximale Anzahl an ausländischen Gallerien, denn wir denken, dass die Galerien aus Barcelona bereits gut vertreten sind in der Stadt. Daraus haben wir auch "SWAB in the City" entworfen, eine Reihe von Ausstellungen in Barcelonas`Gallerien, was einer SWAB nur für die Stadt entspricht. Aus diesem Grund legen wir auch in Zukunft mehr Wert auf auf ausländische Gallerien.

AfN: Welche Art von Arbeiten können auf der SWAB besichtigt werden?

Díez-Cascón: Grundsätzlich Malerei und Zeichnungen, aber auch Photographie und Skulpturen. Dieses Jahr haben wir die Galeristen gebeten keine Videos mitzubringen denn wir wollten uns nicht mit LOOP (Videokunst- Ausstellung A.d.Ü.),welche in ein paar Tagen in Barcelona stattfindet, überschneiden. Die meisten Künstler hier sind noch sehr jung, meist nach 1970 geboren.

AfN: Was ist mit Sammeln? Welche Art von Sammler werden wir hier vorfinden?


Reales Atarazanas


Díez-Cascón: Diese Messe ist für all jene Sammler die,genau wie ich, bereits eine kleine Kollektion besitzen und von zeitgenössische Kunst von jungen Künstlern schätzen. Aber genauso ist da etwas für Stiftungen und Firmen. Wir wollen besonders jungen Leuten; die vielleicht noch gar nicht wissen dass sie Kunstsammler werden, einen kleinen Anstoss dazu zu geben.

AfN: Was sind ihre Eindrücke nach dem ersten tag? Wie sind die Erwartungen für diese erste Edition?

Díez-Cascón: Ich denke dass alles gut läuft, die Besucher mögen es sehr gern. Persönlich muss ich mich davon abhalten eins dieser schönen Kunstwerke, die ich hier sehe, zu kaufen. Wir erwarten ungefähr 5000 Besucher und ich hoffe die Galerie- Besitzer werden zufrieden mit dem Erlebnis aus Barcelona abreisen.

AfN: Trotz Barcelonas großen Potentials an Gallerien und Künstlern sagen manche Experten der Kunstmarkt in Barcelona sei im Stillstand. Will man an diesem Punkt aufgreifen und in welchem Zusammenhang steht SWAB?

Díez-Cascón: Also ich denke dass sie die Künstler nicht kannten bevor sie nach Barcelona gekommen sind. Aus diesem Grund haben wir SWAB ins Leben gerufen: Die Welt macht eine Art Kunst die man in Barcelona nicht sehen kann wo man manchmal nicht einmal wusste dass sie existiert. Diese Künstler laden wir nach Barcelona ein und stellen sie den Leuten vor, so dass sie beginnen Sammler zu werden.

AfN: Dieses Jahr wollte SWAB sich ja nicht mit LOOP, der Videokunstmesse welche Ende Mai in Barcelona stattfindet, überschneiden. Haben Sie schonmal darüber nachgedacht in den nächsten Jahren zusammenzuarbeiten?

Díez-Cascón: Das ist unser Plan, wir werden versuchen in Zukunft zusammenzutreffen. Wir hoffen es ist möglich. Das Problem ist der Kalendar, aber ich denke dass beide Messen daran interessiert sind zusammen zu arbeiten.

AfN: Ich würde gern etwas mehr über ihre Sammlung erfahren…Wie lang sammeln Sie schon, welche Art von Kunst interessiert Sie? Haben Sie jemals junge Kunst gesammelt?

Díez-Cascón: Ich liebe Kunst bereits seit meiner Kindheit. Zuerst war ich unentschlossen ob ich Kunst oder Architektur studieren sollte. Nachdem ich ein Jahr gemalt hatte, hab ich festgestellt dass ich nicht wirklich gut darin war und obwohl ich die Malerei aufgegeben habe um Architektur zu studieren, habe ich aber nie aufgehört Kunst zu sammeln. Natürlich hat sich das über die Jahre weiterentwickelt und jetzt gerade sammle ich Junge Kunst. Ich hatte eine kleine Kollektion von spanischen Künstlern, welche ich verkauft habe um mich wieder meiner derzeitigen Sammlung, Werken von jungen Künstlern aus aller Welt die in den 70er und 80er Jahren gearbeitet haben, zu widmen.

AfN: Wie sehen Sie SWAB in den kommenden 5 Jahren?

Díez-Cascón: Ich würde gerne eine Messe wie Volta oder Pulse machen, wo die Leute wissen dass sie wirklich junge Künstler finden welche bald international gefeiert werden. Ein Ort wo man hingeht wenn man genießen und Spaß haben will.

AfN: Vielen Dank Joaquin

Díez-Cascón: Ich danke Ihnen.



Interview: Patricia Blasco

Übersetzung: Christopher Zajtschuk


Dieses Interview können sie sich auch als Video ansehen: vernissage.tv.

www.swab.es

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