Language and login selector start
Language and login selector end

Aufrüstung in Asien (Messebericht von Cai Wagner)


KIAF 2007

Gerade ist die CIGE in Peking zu Ende gegangen, da hat die KIAF (Korean International Art Fair) wieder ihre Türen geöffnet und bietet bis zum 13.5. zeitgenössische Kunst und klassische Moderne in einer bunten Mischung. Es scheint das erklärte Ziel der KIAF zu sein, die Nummer Eins in Asien zu werden. Die Messe hat die Ausstellungsfläche mit diesmal zwei Hallen knapp verdoppelt und mit über 200 Ausstellern ein Angebot geschaffen, das nicht mehr an einem Tag bewältigt werden kann. Neu sind auch Lectures und einige Begleitprogramme, die auf die Vermittlung zeitgenössischer Kunst zielen. Ebenso ist an der gastronomischen Grundversorgung, an der Beschilderung oder am umfangreichen Katalog gearbeitet worden. Die Zeichen stehen auf professionelles Wachstum. Ein weiteres wichtiges Indiz in dieser Hinsicht ist der geänderte Messetermin in 2008: er wird nicht mehr im Frühjahr sein, sondern vom 19. bis 23. September. Eine klare Kampfansage an die diesen September eröffnende Messe in Shanghai um Lorenzo Rudolf.

Man wird sehen, wie der Kampf ausgeht. Festzuhalten bleibt, dass mehr und mehr Sammler auch aus China und Japan nach Seoul zum Einkaufen kommen. In Korea selbst ist ebenfalls ausreichend Geld unterwegs - man sieht viele zufriedene Gesichter und rote Punkte, nicht nur bei Koreanischen Galerien - und der Gedanke des Kunstinvestments hat Korea längst erreicht. Allein an der Qualität der Galerien und der Exponate mangelt es noch sehr. Zunächst scheint der Messe das Wachstum wichtiger als die Qualität zu sein (erstmals wurden auch Galerien aus Australien und England gewonnen). Mit 28 Galerien stellen die deutschen Aussteller mehr als 10% der gesamten Aussteller, gefolgt von den Japanern, Franzosen und Spanieren. Will man sich international einordnen und auch den Frühjahrsauktionen in New York nicht in die Quere kommen, ist der Septembertermin nicht der schlechteste.

Wie jedes Jahr bildet ein Land den Schwerpunkt der KIAF, man kennt dies von der ARCO. Die beiden Jahre zuvor waren es Deutschland und Frankreich, dieses Jahr ist es Spanien, im nächsten wird es die Schweiz sein. Ein smarter Weg, mehr ausländische Aussteller an die KIAF zu binden und zugleich dem Publikum ein abwechslungsreiches Programm zu bieten. Erstmals fand denn auch ein "Evening of Spain" statt - man könnte es den Ausstellerabend nennen (nur ohne Exzesse bitte, denn um 22 Uhr war Schluss).


KIAF 2007


Über den Länderschwerpunkt Spanien hinaus hat der Landesverband Berliner Galerien (LVBG) dieses Jahr eine Präsentation von 10 jurierten Berliner Galerien und der so genannten Berlin Lounge arrangiert. Unter dem Label "Art From Berlin" wird hier in räumlicher Nähe Kunst aus Berlin präsentiert und dazu der Kunst- und Kulturstandort Berlin den Besuchern nahe gebracht. So gibt die Berlin Lounge auch Einblick in die Debatte um eine Kunsthalle in Berlin. Die traditionell guten Beziehen zwischen Korea und Deustchland machen es sicher den deutschen Ausstellern viel leichter, einen Markteinstieg zu schaffen.

Sollten alle Maßnahmen den gewünschten Erfolg bringen, kann man davon ausgehen, dass bald auch mehr amerikanische Galerien auf der KIAF zu sehen sind. Der umtriebige Ernst Hilger aus Wien gab diesmal seinen Einstand. Galerien wie Michael Schultz haben bereits feste Beziehungen in den letzten Jahren aufgebaut. Noch ein Tipp an Kollegen: nie ohne Übersetzer auftreten, die Verhandlungen bleiben kompliziert...


Text von Cai Wagner (Herrmann & Wagner, Berlin).

www.kiaf.org

  • ArtFacts.Net - Ihr erfahrener Kunst-Dienstleister

    Seit dem Start in 2001 hat ArtFacts.Net™ in Zusammenarbeit mit internationalen Kunstmessen, Galerien, Museen und Künstlern eine anspruchsvolle Künstlerdatenbank entwickelt.