Language and login selector start
Language and login selector end

LOOP 2007


Lucía Egaña Rojas, En la cámara de seguridad (2007)

Anlässlich der fünften LOOP-Ausgabe verwandelte sich die gesamte Stadt Barcelona für mehrere Tage in einen außergewöhnlichen Schauplatz für internationale Videokunst.

Diese Initiative entstand aus der Zielsetzung, Ausstellungsstücke in die Stadt zu bringen und damit jede der Schichten zu repräsentieren, die das Universum der Videokreation ausmachen - ausgehend von der Produktion und Verteilung der Arbeiten bis hin zu ihrer Erhaltung und Ausstellung.

Aus diesem Grunde wird sie auch in diesem Jahr ein Programm enthalten, das versuchen wird, über die Messe hinauszugehen - hier lediglich unter Berücksichtigung des "finanziellen Elementes der Veranstaltung": Durch die Verteilung der Aktivitäten über eine Reihe von Stadtrouten dehnt sich der Ausstellungsraum auf die gesamte Stadt aus und erweitert die traditionelle Ausstellungslandschaft aus Museen und Galerien auf diese Weise mit heterogenen Räumen wie Geschäften und Restaurants, die als wichtige dezentralisierende Faktoren dienen.

Unter den besonders angesehenen Veranstaltungen sollte die Vorführung im CCCB von The Cremaster Cycle erwähnt werden, dem berühmten, von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeierten Werk des telegenen amerikanischen Künstlers Matthew Barney - über 1500 Menschen haben die Vorführungen besucht. Ebenso bemerkenswert war die Ausstellung, die Sanja Ivekovic, einer Pionierin der Videokunst, gewidmet wurde, deren Arbeiten die Hallen der Fundación Tàpies gefüllt haben und Gegenüberstellungen wie öffentliche/private Identität, Macht/Freiheit, Staat/Individuum etc. hinterfragen.

Sanja Ivekovic, Personal Cuts (1982)

Die letzten drei Tage des Festivals wurden von der Veranstaltung der Messe selbst geprägt, deren spezialisierte Art sich als eine Trumpfkarte in einem zunehmend überfüllten Kalender für künstlerische, finanzielle Termine hervortut, wie auch ihr Ausstellungsangebot, das - obwohl es überhaupt nicht besonders originell ist - auf die Besucher die größte Anziehungskraft ausübt.

Im Einklang mit einem vorherrschenden Trend auf Videokunstmessen wurde auch auf der LOOP jeder Galerie ein Hotelzimmer zur Verfügung gestellt (in diesem Fall in dem Hotel Catalonia Ramblas), wo die Vorführungen dann stattfinden konnten; es handelt sich dabei um ein Ausstellungsformat mit außerordentlichen Möglichkeiten wie beispielsweise die offensichtliche Behaglichkeit der Zimmer und ihre verbesserte Fähigkeit, das Publikum mit einzubeziehen, indem die erstickende Aseptik der üblichen black boxes vermieden wird. Diese gemütliche Stimmung hat zweifellos eine Wirkung auf das Verhalten der Besucher, die sich so für jedes Werk mehr Zeit nehmen und sich oft noch entspannt mit den Künstlern und Galeristen selbst unterhalten konnten, da ja den letztgenannten bewohnbare Räume statt kalte, unpersönliche "Kunstcontainer" zur Verfügung standen.

Der LOOP Award, der das Ziel jedes der auf der Messe gezeigten Videos ist, ging an die taiwanesische Künstlerin Wang-Ya-Hu und ihre Arbeit Sunshine on Tranquility, einem sehr feinen Stück, in dem man von einem festen Standpunkt aus einen Raum sehen kann, dessen bewegte Wände eine Reihe an verschiedenen Lichtmöglichkeiten erschaffen, die die räumliche Beziehung zwischen Objekten, Betrachtern und dem Raum selbst relativieren. Dieser Preis bestätigt erneut den Aufwärtstrend der östlichen Kunst, die mit ihrer Originalität danach strebt, innerhalb der nächsten Jahre der Mittelpunkt der internationalen Kunst zu werden.

Carlos Garaicoa, La habitación de mi negatividad (II), (2005)

Der LOOP Acquisition Preis ging an La Habitación de mi negatividad (II) des kubanischen Künstlers Carlos Garaicoa. Mit diesem Werk, das nun zur ständigen Ausstellung des MACBA gehört, regt Garacoia zum Nachdenken an, indem er die Spannungen, die aus der Konfrontation zwischen zwei intrinsischen Realitäten eines Wortes - Signifikant und geschriebene Repräsentation - entstehen, aufzeigt. Und all das hat ein Werk zur Folge, das sowohl lyrisch als auch suggestiv ist.

Neben dem Festival und der Messe machte die Podiumssektion die dritte Hauptstütze der LOOP aus. Sie bestand aus einer Reihe von Gesprächen, die sowohl an das allgemeine Publikum als auch an Experten gerichtet waren, und in denen verschiedene auf Videokunst bezogene Themen analysiert werden sollten. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt auf Aspekte, die die Aufbewahrung der Arbeiten betreffen, und man verließ sich dabei auf die Anwesenheit vieler Topspezialisten aus diesem Bereich, die die wesentlichen Aspekte erklärten, die bei der Planung der Konservierung und der Präsentation berücksichtigt werden müssen - alles in allem, ein luxuriöses, theoretisches Komplement für ein Ereignis, das mit jedem Jahr an Stärke gewinnt und seinen Teil dazu beiträgt, Barcelona als einen Bezugspunkt für die neue internationale Kunst zu festigen.


Von Raúl Molín López


Übersetzung: Armi Lee

www.loop-barcelona.com

  • ArtFacts.Net - Ihr erfahrener Kunst-Dienstleister

    Seit dem Start in 2001 hat ArtFacts.Net™ in Zusammenarbeit mit internationalen Kunstmessen, Galerien, Museen und Künstlern eine anspruchsvolle Künstlerdatenbank entwickelt.