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Skulptur am Kanzleramt wird enthüllt


Der spanische Bildhauer Eduardo Chillida schuf das Kunstwerk "Berlin", das nun die Nachfolge der in Bonn gebliebenen Plastik von Moore antritt.



Berlin (dpa) - Wenn früher im Bundeskanzleramt hinter verschlossenen Türen verhandelt wurde, dann erschien wie ein Symbol ein Bild auf den Fernsehschirmen: Die enorme Bronzeplastik «Large two forms» von Henry Moore schimmerte auf dem Rasen vor dem Bau. In Berlin ist das Kanzleramt noch eine Baustelle, doch an diesem Mittwoch wird der Nachfolger der Bonner Skulptur enthüllt. Vor Gerhard Schröders künftigem Domizil ragt dann das Kunstwerk «Berlin» des spanischen Bildhauers Eduardo Chillida in die Höhe und könnte bald zur neuen Chiffre für geheime Runden im Zentrum der Macht werden.

Das knapp sechs Meter hohe Werk des 76-jährigen Künstlers wird den Ehrenhof vor dem mattweißen Würfel zieren, in den der Regierungschef im kommenden Jahr einziehen wird. Die Skulptur besteht aus zwei aufrecht stehenden Stahlträgern, an deren oberen Enden je vier stählerne Arme sind, die fast ineinander greifen - die Skulptur soll die deutsche Wiedervereinigung symbolisieren.

Damit kann das Werk «Berlin» auch inhaltlich als Nachfolger der Bonner Plastik von Moore gelten, über die der Altkanzler Helmut Schmidt schrieb, für ihn sei sie auch ein Symbol für Deutschland gewesen: «Zwei Teile, die doch organisch zueinander gehören». Schmidt hatte sich 1979 mit Nachdruck für die Aufstellung des Werks «Large two forms» eingesetzt, das vorher im Londoner Kensington Garden stand.

Chillida schuf seine Skulptur 1999 eigens für das Bundeskanzleramt - dass dort am neuen Regierungssitz wie ein Signum eine Plastik stehen würde, hatte schnell festgestanden. Im Jahr des Parlaments- und Regierungsumzugs war die Diskussion um das weitere Schicksal von Moores Skulptur derweil in vollem Gange. Altkanzler Schmidt richtete an Schröder die Bitte, den Bronzekoloss nach Berlin mitzunehmen. Die Plastik sei fast täglich im Fernsehen zu sehen gewesen und «inzwischen ein Symbol für die zentrale Regierungsgewalt in Deutschland geworden - notabene ein besseres Symbol als der Hoheitsadler dynastischer, preußischer und Reichs-Tradition», zitierte der «Stern» aus dem Brief.

Doch das Werk «Large two forms» - bei seiner Aufstellung umstritten, heute quasi ein Kind der Republik - blieb in Bonn. Die Skulptur gehöre einfach dorthin, meinte Schröder und übergab im Sommer des Regierungsumzugs der einst «provisorischen Hauptstadt» Bonn das Werk. Wie sehr nun Chillidas Werk in der neuen Hauptstadt der nationalen Öffentlichkeit ans Herz wachsen wird, bleibt abzuwarten.
Die Plastik «Berlin» hat schließlich in der Hauptstadt jede Menge Konkurrenz - Brandenburger Tor, Reichstagskuppel und Ministeriumsbauten sind Blickfänge für alle Objektive.

(dpa)

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